Ehrenwerte Geschichtenerzähler

Flüchtlinge als Vermitterinnen und Vermittler von Erfahrung und Wissen – ein Pilotprojekt des Netzwerk politik|atelier e.V. am 18. und 19. November 2015 im Bonner Haus der Bildung

16 ehemals als Flüchtlinge nach Deutschland gekommene Männer und Frauen mit guten Deutschkenntnissen wurden vom Netzwerk politik|atelier e.V. eingeladen, sich auf ihre Rolle als Anwälte in eigener Sache vorzubereiten. Die neun Teilnehmer und sieben Teilnehmerinnen aus sieben Ländern (Syrien, Afghanistan, Somalia, Eritrea, Burundi, Ruanda und Niger) möchten einen Beitrag zur besseren Verständigung zwischen den Kulturen leisten. Als zukünftige Bildungsreferenten werden sie z.B. in Schulen ihre Biografien erzählen und damit die Komplexität der Flüchtlingskrise viel besser verständlich machen als anonyme Fernsehbilder.

“Besser kommunizieren mit Gruppen” war der Seminarbeitrag von Julia Kamenik, in dem die Teilnehmenden als „ehrenwerte Geschichtenerzähler“ angesprochen wurden. Ganz in der Tradition der orientalischen Geschichtenerzähler sollten sie sich ihrer Kompetenzen bewusst werden, wenn sie über ihre Länder berichteten. In lockerer Runde wurde über Kindheitserinnerungen an Märchenerzählungen gesprochen und was das Zuhören besonders spannend und interessant macht. Auch wie Heimat über die Sinne – z.B. über bestimmte Musik, Düfte, gemeinsames Teetrinken, bei Kerzenschein – oder die gefährliche Flucht mit mitgebrachte Gegenstände erfahrbar gemacht werden kann, wurde thematisiert. Darüber hinaus wurde diskutiert, wie man mit einladender Gestik, Mimik und Stimme die Zuhörer in den Bann ziehen kann.
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 Das unglaublich positive Feedback der Teilnehmer und Teilnehmerinnen lässt auf eine Wiederholung und Fortsetzung hoffen!
Pressebericht im Bonner Generalanzeiger vom 24. November unter Flüchtlinge als Anwälte in eigener Sache
Interviews mit Flüchtlingen auf  dem YouTube Channel des Netzwerk politik|atelier e.V.